Post-Vac-Syndrom nach PEI

"Der Begriff "Post-Vac-Syndrom" wird im Zusammenhang mit bestimmten Beschwerden nach einer COVID-19-Impfung verwendet, die zum Teil den beschriebenen Symptomen bei Long-Covid ähneln."

“Es gibt für diesen Begriff bisher noch keine international anerkannte, standardisierte Falldefinition. Auch die Ursache für die Entstehung des Erkrankungsbildes Post-Vac-Syndrom ist bisher nicht bekannt. Dasselbe gilt auch für die Ursachen eines Long-Covid-Syndroms.

Die Aufnahme und Kategorisierung von Verdachtsmeldungen erfolgt grundsätzlich nach den international abgestimmten Kodierungen des “Medical Dictionary for Regulatory Activities” (MedDRA). So können alle Meldungen elektronisch und einheitlich erfasst werden, die diesen Kodierungen entsprechen.

Das Paul-Ehrlich-Institut hat Auswertungen internationaler Verdachtsfallmeldungen aus 36 Staaten anhand der Nebenwirkungsdatenbank bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA (EudraVigilance-Datenbank) vorgenommen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat dabei nach Verdachtsfallmeldungen zu Chronic Fatigue Syndrome, Postural Orthostatic Tachycardia Syndrome, Post-Acute COVID-19 Syndrome und Post-Vaccination Syndrome gesucht. Angesichts der großen Anzahl von durchgeführten Impfungen ist die Anzahl der Verdachtsfallmeldungen nicht ungewöhnlich hoch, ein Risikosignal ergibt sich auf der Basis der nationalen und internationalen Meldungen bislang nicht.

Weltweit gibt es inzwischen Erfahrungen mit teilweise milliardenfachen COVID-19-Impfungen in sehr unterschiedlichen Gesundheitssystemen (Skandinavien, USA, Asien, Israel etc.). Daher ist davon auszugehen, dass neue Risikosignale generell sehr schnell entdeckt würden. Beispiele dafür sind die nachgewiesenen, sehr seltenen (<1/10.000) Nebenwirkungen:

  • anaphylaktische Reaktionen,
  • das Thrombose-mit-Thrombozytopenie Syndrom (TTS) nach Adenovektor-Impfstoffen, insbesondere bei Personen unter 50 Jahren,
  • Myokarditis hauptsächlich bei Personen unter 30 Jahren nach der zweiten Dosis bei mRNA-Impfstoffen und
  • das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) bei den Adenovektor-Impfstoffen.

Zudem gibt es inzwischen Untersuchungen, die nahelegen, dass eine COVID-19-Impfung eine schützende Wirkung vor Long-Covid haben kann.

So war in einer Studie des Office for National Statistics im Vereinigten Königreich (UK), in der Patientinnen und Patienten befragt wurden, das Risiko für Long-Covid bei geimpften Personen, die nach der Impfung eine SARS-CoV-2-Infektion mitgemacht haben, geringer als bei ungeimpften, infizierten Personen.

Grundsätzlich muss zur wissenschaftlichen Einordnung und Bewertung des “Post-Vac-Syndrom” berücksichtigt werden, dass weitere methodisch robuste Untersuchungen bzw. Studien erforderlich sind. Nur so können verlässliche Erkenntnisse gewonnen werden, was sowohl Long-Covid bzw. Post-COVID-19 nach der durchgemachten Infektion sowie die aktuell als Post-Vac-Syndrom bezeichneten Reaktionen nach COVID-19-Impfung mit sehr ähnlichen Symptomen wie bei Long-Covid verursachen könnte.”

Quelle: Coronavirus – Paul-Ehrlich-Institut (pei.de)